Archiv der Kategorie 'Bildung'

Bildungsstreik am 17.11

Für Solidarität und freie Bildung! Gegen Kapitalismus und Leistungsterror!
Wir sagen an dieser Stelle einfach mal: Danke! Danke für die warmen Worte.
Vor etwas mehr als zwei Jahren gingen 270.000 junge Leute auf die Straße und besetzten Unigebäude. Sie artikulierten damit ihren Unmut über Leistungsdruck, Studiengebühren, ein selektives Schulsystem und und und. Die Politik reagierte – welch Wunder – scheinbar einsichtig, es gab Gespräche, die Machthabenden sprachen von Verbesserungen. Doch nichts ist geschehen, die Bewegung drohte sich im Nichts zu verlaufen.
Doch dem wird jetzt ein Ende gesetzt! Am 17.11.2011 ist wieder bundesweiter Aktionstag. Das B-Team Hannover hat dafür auch eine Demonstration in Hannover angemeldet. Die Linksjugend [’solid] Soltau unterstützt die Forderungen des Bildungsstreiks und wir werden gemeinsam nach Hannover fahren!
17.11.11: 12 Uhr, Opernplatz, Hannover!

Wikileaks – oder der Aufstand des investigativen Journalismus

Endlich! Die Demaskierung vom Internetdienst Wikileaks knallt wie eine Streubombe in den klinisch-abgehobenen, volkfremden Politikbetrieb, der zuletzt nicht nur seine Basis sondern gleichsam seine direkten Akteure voneinander entfremdet und zu mutlosen Booten in einer internationalen Politikflaute degeneriert hat.
Die Politik, so scheint es, hat sich ihren eigenen Kosmos geformt, der nurmehr wenig mit den hehren Idealen der Offenheit, Freiheit und Allgemeinheit zu tun hat. Natürlich ist es peinlich, wen eine Wahrheit einmal auf den Tisch gelegt wird. Es ist eine Backpfeife ins Gesicht der betroffenen Politiker. Vielleicht schafft diese Art von Gewalt aber doch ein dringend nötiges Maß an Selbstreflektion und -kritik.
Die Überheblichkeit dieser oder jenen Hegemonialmacht spielt überhaupt keine Rolle; Wikileaks ist kein Spaßverein, der sich über einen peinlichen Politikstil lustig macht, sondern eine Organisation die par Excellence eine Renaissance des investigativen Journalismus und dessen Weiterentwicklung vollführt: Die Weltgemeinschaft ist aufgerufen, Korruption, Unrecht und mangelnde Transparenz offenzulegen. Jeder kann frei lesen, jeder kann frei etwas veröffentlichen und niemand ist der ewigen Küngelei von korrelierenden Interessen und quälenden Egoismen ausgesetzt. Ibsens Volksfeind, so ist zu hoffen, avanciert endlich zum wohlverdienten Volksfreund.
Und nein, mit Wikileaks laufen wir nicht notwendigerweise Gefahr zum Faust einer neuen Totalüberwachung und –offenlegung zu werden – dieses Metier bleibt Google überlassen, dem neuen Mephisto im Gottgewand und Götze der „aufgeklärten Gesellschaft“. Wikileaks führt zu einer Egalisierung, zu einem positiven GAU der internationalen Diplomatie, zu einem Nullpunkt.
Die Neuordnung obliegt nun den Leviathanen der Welt – Wikileaks fungiert derweil als Kontrollapparat.

Fotos und Fazit vom Freitag

Fotos finden sich hier.
Fazit
Die Organisation vermeldete rund 220 Teilnehmer. Auf den ersten Blick natürlich eine lächerlich kleine Anzahl an Demonstranten, insbesondere dann, wenn man es sich auch noch vor Augen führt, wieviel unsoziale und rassistische Politik von der derzeitigen Regierung um Kanzlerin Merkel geführt wird. Dennoch kommt man nicht darum herum festzustellen, dass diese Beteiligung für die Heide gar nicht so schlecht ist, sind wir doch politisch ganz klar braun/schwarz geprägt.
Aber zurück zu den 220 Teilnehmern, die durchaus lautstark, wenn auch sehr wenig tanzend, durch die Straßen Fallingbostels zogen. Begleitet wurden sie nämlich von einem riesigen Polizeiaufgebot. Die Cops rechneten mit bis zu 1.000 Demonstranten, darunter sollten rund 500 Gewaltbereite Linksautonome zu finden sein. Uns Demonstranten stand also so ziemlich die gesamte Bundespolizei aus Braunschweig inklusive Reiterstaffel zur Verfügung. Kaum auszudenken, wieviel Schulmittel man davon hätte bezahlen können… Auch hier, schon in diesem kleinen Provinzstädtchen Bad Fallingbostel in der Lüneburger Heide versucht die Politik linken Widerstand sofort zu kriminalisieren und im Keim zu ersticken, ohne dabei wirklich auf die Argumente und die offengelegte Problematik einzugehen. Dies kann man wohl nur mit dem Wort „lächerlich“ abtun.
Die Demo ließ sich aber nicht von dieser Polizeiparade einschüchtern und zog vom Rathausplatz los zur Heidmarkhalle, „Standard“parolen rufend wie das immer wieder schöne „Alerta, alerta, Antifascista“ oder auch das gute alte „A, Anti, Anticapitalista“. Zwischendurch kamen auch recht kreative Rufe wie „Merkel, Merkel aus der Traum, bald liegst du im Kofferraum!“ So äußerte sich auch im weiteren Verlauf der Demonstration die Gewaltbereitschaft der rund 220 Linksradikalen.
Unpassend für diese Demo war das Ende: Man kam nicht einmal in Sichtweite der Heidmarkhalle als man schon vor einer Straßensperre der Cops stand. Nun ja, es hätte ja passieren können, dass wir versuchen würden, mit einer Splitterbombe die Heidmarkhalle zu zerstören…
Zu sagen bleibt hier wohl nur noch: Kommt auch zu den nächsten Demos!
Am 6.11 ins Wendland und den Castor stoppen! Wie bleibt eurer Kreativität überlassen!

Anreise zur Demo in Falling

Die Linksjugend Soltau wird sich am morgigen Freitag, dem 22.10, auf den Weg zur Demonstration in Bad Fallingbostel unter dem Motto“ Den Wahnsinn wegtanzen – Gegen Atomkraft, Sozialabbau und Elitenbildung“ machen. Wir wollen allen Mitgliedern, Sympathisanten und allen anderen Linken aus Soltau eine gemeinsame Anreise mit dem Zug ermöglichen. Treffpunkt wird um 14:30 Uhr am BHF Soltau sein, sodass wir um kurz vor drei gemeinsam vom BHF Fallingbostel zum Demotreffpunkt ziehen können. Wer sich uns anschließen möchte, ist herzlich willkommen!
Proben wir linke Politik, wehren wir uns gegen den Kapitalismus – egal ob tanzend oder irgendwie anders! Seien wir kreativ!

Wahnsinnig! Merkel in Bad Fallingbostel

Und das ist es tatsächlich. Am 22.10.2010 gewährt die Mutter der Nation (Metapher) uns, dem einfachen, wählwilligen und -billigen Plebs, eine Audienz in einem Satellitenort der CDU, der gewissermaßen kurz davor ist, aus dem politischen Orbit zu schiessen: Bad Fallingbostel. Offenbar erhalten die zentralen „Heidestädte“ (was an sich schon dörflich und provinziell klingt) eine Statusaufwertung, dass nach Sergeant Guttenberg in Walsrode nun erneut Prominenz vor der Tür steht. Ob das nun ein gutes Zeichen für den breiten Erfolg der schwarzen Christen ist oder eher Symptom politischen Prekariats, sei dahingestellt.
Um diese willkommene Plattform jedoch für ein wenig basisdemokratische Tuchfühlung und NATÜRLICH EINE MENGE STEINESCHMEISSENDEN KRAWALL (Entschuldigung, Feststelltaste…) zu nutzen, rufen auch wir zur Teilnahme an einer kleinen (Tanz)Demo vor dem Fallingbosteler Rathaus auf. Es darf gerne auch im Anzug gekommen werden oder als Pirat. Sogar als Schlumpf! Ironie und Sarkasmus – beliebte Krawallschwestern.
Und es muss auch keiner Angst haben – es wird einmal kein Systemumsturz auf dem Plan stehen, sondern der schwarz-gelb geführte -absturz. Denn auch wir sind zu halbwegs vernünftiger Kritik fähig.
Also lasst euch hören, lasst euch sehen und reizt Artikel 8 GG voll aus!

Weitere Infos bei der AG Bildungsstreik SFA

Mut zur Rebellion

„UNTER DEN TALAREN DER MUFF AUS 1000 JAHREN“ hallt es Mitte der 60er des verhallenden letzten Jahrhunderts durch die langen Flure bundesdeutscher Bildungsanstalten. Schüler, Intellektuelle und vor allem Studenten lehnen sich knapp 20 Jahre nach dem größten GAU der neueren Geschichte gegen grottige Gesellschafts- und Bildungsdogmata auf. Und angesichts des globalen Aufmarsches alternativer Systeme entflammt ein Diskurs von ungeahnter Dynamik und theoretischer Frische der nahezu jeden verstaubten Gesellschaftswinkel aufwirbelt.
Die Blaupause für produktive Sittenwidrigkeit war geboren.
Jetzt sind wir ins neue Jahrtausend aufgebrochen und das globale Netz spannt sich aus – und zieht sich zu. Schüler und Student ächzt unter neuem Leistungsdruck und sieht sich als „Zukunft unseres Landes“ in einen temporeichen Konkurrenzkampf gezwängt, der nur wenig Erfolg zeitigt. Aber der Appell zum angenehmen Konformismus und allgemeiner Anpassung produziert eine erhebliche Widerstandsmüdigkeit. Vehementes Aufstreben wird als nutzloses Buschfeuer abgetan, symbolisches Demonstrieren geradezu als „systemfeindlich“ verpönt.
Doch wo wären wir ohne den Aufschrei der Alternative? Wer wahrte denn notdürftig das internationale Gesicht Deutschlands durch Widerstand wider dem Faschismus? Wer erlöste Musik, Kultur und soziales Leben an sich aus einer verkrusteten Agonie des Dünkels und Duckmäusertums? Wohl kaum Manns „Untertan“. Sicher, dein sicheres, sorgenfreies Heim für Körper und Geist mag unbezahlbar sein – doch seinen Horizont opportunistisch zu verschließen ist gesellschafts- und selbstwertsfeindlich. Biologisches Prinzip besagt: Die Erneuerung, Rekonfiguration erhält die Art und also die Gesellschaft am Leben. Gerade die Jugend sollte sich dessen wieder besinnen.

Volksbegehren für gute Schulen

Pressemitteilung zum Thema Entscheidungsverbot und Abschulung

Pressemitteilung

Entscheidungsverbot für Niedersachsens Eltern
Notwendigkeit des Volksbegehrens wird immer deutlicher

Hannover, 18. August 2010. Als Verstoß gegen Elternrechte haben die Initiatoren des
Volksbegehrens für gute Schulen eine Entscheidung des Kultusministeriums kritisiert, wonach
die Eltern von IGS-Schülerinnen und -Schülern nicht darüber entscheiden dürfen, ob ihr Kind
den acht- oder den neunjährigen Weg bis zum Abitur geht. Die Landesregierung hatte kürzlich
auf eine Kleine Anfrage von SPD-Abgeordneten festgestellt, dass Schüler, die zum Ende des
9. Schuljahres die Voraussetzungen zum Eintritt in die gymnasiale Oberstufe und damit zum
verkürzten Bildungsgang erfüllen, nicht in die Abschlussklasse der IGS übergehen dürfen. Ein
solcher Übergang würde es erlauben, die Schule wie bisher neun Jahre lang bis zum Erwerb des
Abiturs zu besuchen. Auf diese Möglichkeit hatte das Kultusministerium in der Phase der
Auseinandersetzungen um die Verkürzung der Schulzeit an den Gesamtschulen stets hingewiesen
– ab sofort hat diese Aussage also keine Gültigkeit mehr.

Nach Ansicht der Initiatoren des Volksbegehrens verstößt das Entscheidungsverbot gegen das
schulgesetzlich verbriefte Recht der Eltern nicht nur die Schulform, sondern auch den
Bildungsgang für ihre Kinder zu wählen. Und es drohen weitere Einschränkungen dieses
elementaren Elternrechtes: Nach dem Willen der Regierungsparteien CDU und FDP sollen
Schülerinnen und Schüler, die im fünften Jahrgang die geforderten Schulleistungen nicht
erbringen, bereits nach einem Jahr „abgeschult“ werden – so zumindest sieht es ein gemeinsamer
Antrag der Regierungsfraktionen vor, der in dieser Woche beraten wird. Bislang kann die
Umschulung eines Kindes, etwa vom Gymnasium auf die Realschule, gegen den Willen der Eltern
erst zum Ende der sechsten Klasse erzwungen werden.

Beide Vorhaben der Landesregierung bedeuten die Abkehr vom freien Elternwillen, verschleiert
durch den wiederholten Hinweis auf das Kindeswohl. Kollektiv wird Niedersachsens Eltern damit
unterstellt, nicht das Wohl ihrer Kinder im Auge zu haben sondern einen übertriebenen Ehrgeiz
zu pflegen – ein Vorwurf, der sich in keiner Weise belegen lässt.

Einmal mehr zeigen die Pläne der Landesregierung die Notwendigkeit, das Volksbegehren mit
Nachdruck weiter zu verfolgen. Ziel ist die Rückkehr zum neunjährigen Bildungsgang bis zum
Abitur – ein Gegenentwurf zu dem zunehmenden Leistungs- und Auslesedruck, der an
Niedersachsens Schulen aufgebaut wird.

Mittlerweile haben sich mehr als 130.000 Bürgerinnen und Bürger in die Unterschriftenlisten
eingetragen. In Kürze wird die Feststellung der Zulässigkeit des Volksbegehrens durch die
Landesregierung erwartet; ab diesem Zeitpunkt dürfen dann noch sechs Monate lang
Unterschriften gesammelt werden.

Die Linksjugend [’solid] Soltau unterstützt das Anliegen des Volksbegehrens und unterstützt ebenso den Bildungsstreik, sind auch in der lokalen Vernetzungsgruppe aktiv. WIr rufen hiermit jeden Bürger und jede Bürgerin auf, sich auch mit den Interessen der Jugendlichen, der SchülerInnen und Studenten und Studentinnen zu beschäftigen und im Zuge dessen auch seine oder ihre Unterschrift für das Volksbegehren für gute Schulen zu leisten!

http://www.volksbegehren-schulen.de/modx/