Archiv für Februar 2012

Oops, we did it again!

Der Trauermarsch in Dresden scheint endgültig vorbei zu sein:
Nachdem die Nazis am 13.2 erneut durch tausende Antifaschist_Innen gezwungen wurden eine deutlich kürzere Route als geplant zu laufen und de facto blockiert wurden, trauten sie sich vergangenen Samstag nicht mehr nach Dresden zu ihrem Großaufmarsch.
Dennoch strömten 10.000 Antifaschist_Innen aus ganz Deutschland, Nachbarländern und Soltau nach Dresden, um diesen Erfolg zu feiern und gleichzeitig gegen „sächsische Verhältnisse“ zu demonstrieren. Im Vorfeld der Proteste kam es erneut zu großer Repression und Aushöhlung des demokratischen Rechtsstaates – so wurde beispielsweise ein Blockierer des letzten Jahres verurteilt, weil Nazis „eine schützenswerte Minderheit“ seien. Darüber hinaus wurde die Immunität einiger Land- und Bundestagsabgeordneter der Partei DIE LINKE aufgehoben. Die Intention der Staatsbehördern ist offensichtlich: Linke Gegendemonstrant_Innen sollen kriminalisiert und eingeschüchtert werden.
Doch der Plan ging nicht auf: Besagte 10.000 Antifaschist_Innen feierten ihren Erfolg der letzten drei Jahre mit einer großen Antifademo, deren Route ca. 7-8 km lang war. Die Polizeit hielt sich anfangs erfreulicherweise zurück, bis sie auf der Abschlusskundgebung, als eigentlich schon alles gelaufen war, begann, scheinbar willkürlich Demonstrant_Innen rauszuziehen. Es hat sich doch wieder gezeigt, wessen Geistes Kind die Polizei zu sein scheint.

Dresden 2012

In wenigen Wochen ist es wieder soweit: Nazis aus ganz Deutschland und Teilen Europas werden wieder durch die Straßen Dresdens ziehen (wollen). Klingt so wie in den letzten Jahren auch.
Doch dieses Jahr ist es anders. Nachdem der Naziaufmarsch nun schon zwei Mal erfolgreich blockiert werden konnte und die Nazis damit zwei Mal gezwungen waren, vor‘m Bahnhof in der Kälte zu stehen, gibt es Mobilisierungsprobleme. Folglich bauen die Geschichtsrevisionist_Innen darauf, an zwei Tagen nach Dresden zu mobilisieren – am 13. und am 18.2. Dabei ist der 13.2 ein Montag, also ein Wochentag. Vielen Antifaschist_Innen wird es nicht möglich sein, an dem Tag nach Dresden zu kommen. Deshalb werden sich auch viele Nazis denken, dass es sich nur am 13.2 lohnt. Schwierigkeiten in der nazistischen Mobilisierung für den 18.2 bestätigen diese Vermutungen. Doch das bedeutet nicht, dass auf eine Anreise am 18.2 verzichtet werden sollte. Ganz im Gegenteil: Je weniger Nazis nach Dresden kommen, desto einfacher wird es, sie erneut zu blockieren und sie damit wohl auch endgültig Schach-Matt zu setzen.
Mittlerweile gehen Gerüchte um, dass die Demo völlig ausfiele. Die können wir weder bestätigen noch widerlegen. Wir sind uns aber sicher, dass die Reise nach Dresden sich trotzdem lohnt, da es, selbst wenn das Gerücht sich bewahrheitet, dennoch zu Spontandemonstrationen einiger Nazigruppen kommen kann. Außerdem haben wir in jedem Fall etwas zu feiern!
Wir raten Euch also: Achtet auf Ankündigungen des Bündnisses „Dresden Nazifrei!“ und die Bündnisse, die Eure Anfahrt planen und organisieren.
Wir sehen uns in Dresden!