Archiv für Januar 2012

Let’s do it again!

Dates 2012

Die „Was geht im Moment“ Seite wurde nun aktualisiert. Fortlaufend werden wir für Linke wichtige Termine dort veröffentlichen und versuchen zu einigen der angekündigten Demonstrationen oder Veranstaltungen eine gemeinsame Anreise zu organisieren.
Falls Ihr also einen fetten Termin habt, ’ne Demo organisiert, ‚n Konzert auf die Beine stellt oder spannende Vorträge habt, oder Ihr nach Anreisemöglichkeiten sucht, meldet Euch einfach bei uns!

Same shit – different year.

Nazistrukturen in Bückeburg offenlegen und angreifen
Wir dokumentieren den Aufruf des Bündnisses „Copy And Paste“ zu der antifaschistischen Demonstration am 21.1.2012
Betrachtet man rückblickend das Jahr 2011 erscheint das Thema rechte Gewalt allgegenwärtig gewesen zu sein: Rassistische Morde in Norwegen, das Bekanntwerden der rechten Terrorzelle „NSU“, Ausschreitungen und Straftaten am Rande von unzähligen Naziaufmärschen in der gesamten Bundesrepublik. Auch in Bückeburg begann das vorherige Jahr unter bösen Vorzeichen. Haargenau ab dem Zeitpunkt der Jahreswende stieg das Ausmaß neonazistischer Aktivitäten in der Stadt mit einer bisher nicht gekannten Geschwindigkeit an.

Die Gewalttaten der expandierenden rechten Szene rund um die „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ zogen sich daraufhin wie ein roter Faden durch das gesamte zurückliegende Jahr. Von Drohungen, über Angriffe auf offener Straße bis zu Anschlägen auf Wohnhäuser – die Bückeburger Neonazis ließen in ihrem so genannten „Kampf um die Straßen“ keine Chance ungenutzt.

Die sich hieraus ergebende, bedrohliche Situation wurde lange als bloße Gewalt unter rivalisierenden Jugendlichen verharmlost. Nicht zuletzt Dank der kontinuierlichen Thematisierung dieser Situation durch aktive Antifaschist_innen hat sich dies heute geändert und der rechten Szene wird als ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem entgegengetreten.

In der letzten Jahreshälfte bewiesen Vorträge über rechten Lifestyle und Musik, Präventionsveranstaltungen für Jugendliche und kulturelle Veranstaltungen wie „music for tolerance“, dass sich die Bückeburger_innen aktiv gegen Neonazismus zur Wehr setzen.

Doch verschwunden sind die Neonazis noch längst nicht. Ihre Propaganda bestimmt nach wie vor das Stadtbild und auch unter Jugendlichen erhalten sie noch immer regen Zulauf. Bedrohungen gegen alternative Jugendliche sind Teil ihrer Tagesordnung und auch an den Schulen haben sie nicht aufgehört aktiv zu sein. Nicht zuletzt ihre Versuche als Klassen- und Schüler_innen_sprecher_innen Einfluss zu nehmen ist besorgniserregend.

Dass erfolgreiche antifaschistisches Arbeit ein Prozess ist, der Zeit braucht, war uns bereits zu Beginn des so unselig gestarteten letzten Jahres klar, als wir das Bündnis „Copy & Paste“ ins Leben riefen – einmal gewachsene rechte Strukturen verschwinden nicht von heute auf morgen. Dass es in den vergangenen Wochen jedoch ruhiger um die Bückeburger Neonazis geworden ist, werten allerdings als ersten Erfolg unserer Bemühungen und dem deutlichen Zeichen, das Bückeburg gegen Rechts gesetzt hat.

Mit einem deutlichen Zeichen wird Bückeburg daher auch in das neue Jahr starten. Gemeinsam werden wir den Nazis auch im neuen Jahr kein Gefühl von falscher Ruhe gönnen, sondern weiterhin kontinuierlich und öffentlich gegen rechte Strukturen in und um Bückeburg vorgehen!

Als Auftakt zu einem erfolgreichen neuen Jahr laden wir daher alle ein, sich an unserer Neujahrsdemonstration unter dem Motto „Same Shit, Different Year – Kein Rückzugsraum für Nazis!“ zu beteiligen.

Kampagne Copy & Paste – Gegen Nazistrukturen in und um Bückeburg

21. Januar 2012 // 14 Uhr // Bahnhofsvorplatz Bückeburg

Raus zur LL-Demo 2012!

Wir dokumentieren den Aufruf der Linksjugend [’solid] zu der jährlich stattfindenden Demonstration in Gedenken an die Revolutionäre Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die von reaktionären Freikorps und mit Billigung der SPD ermordet wurden!

Über neunzig Jahre nach ihrer Ermordung durch rechte Freikorps gedenken wir am 15. Januar an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Sie stehen stellvertretend für Tausende weitere, die ihren Einsatz für den revolutionären Aufbruch in Deutschland am Ende des Ersten Weltkriegs mit dem Leben bezahlt haben.
Damit stehen Karl und Rosa zugleich für den Kampf von Teilen der ArbeiterInnenbewegung gegen den Ersten Weltkrieg, in deren Tradition wir uns stellen. Rosa Luxemburg forderte Soldaten im Krieg dazu auf, den Befehl bzw. den Kriegsdienst zu verweigern und wurde dafür eingesperrt. Wie es damals richtig war, sich dem Blutvergießen für die Weltmachtsambitionen des deutschen Kaiserreichs zu verweigern, so rufen wir auch heute dazu auf, sich gegen Kriege der Bundesrepublik für weltpolitischen Einfluss, den Zugang zu Ressourcen und die Kontrolle von Handelswegen zu einzusetzen.
Während im Kaiserreich ein großer Teil der Bevölkerung, einschließlich der großen Mehrheit der oppositionellen SPD, den Krieg zunächst begeistert unterstützte, tut sich die Bundeswehr heute schwer, genug junge Menschen für ihre Kriege zu rekrutieren. Dagegen soll die frühzeitige Beeinflussung und Begeisterung schon von Schülerinnen und Schülern im Sinne der deutschen Kriege etwa durch die Jugendoffiziere der Bundeswehr helfen. Wir denken dagegen wie Rosa Luxemburg, “das[s] es ein verbrecherisches Beginnen ist, Kriege zu führen, Leichenhügel zu errichten“, statt für ein weltweites solidarisches Zusammenleben aller Menschen einzutreten. Von dieser Erkenntnis will die Bundeswehr Schülerinnen und Schüler fernhalten – und gegen diesen Versuch wehren wir uns mit der Kampagne “Bundeswehr raus aus den Schulen.”
Wie Karl Liebknecht schon 1915 erklärte: “Der Hauptfeind steht im eigenen Land” – und so wissen wir, dass unsere Freiheit vor allem von den Überwachungsorganen der deutschen Regierung bedroht wird. Wir lassen uns weder in der Eurokrise gegen die EinwohnerInnen Griechenlands noch in einem angeblichen Krieg der Zivilisationen gegen die der arabischen Länder ausspielen. Wir sind eins mit den Menschen, die in Griechenland gegen Sozialkahlschlag protestieren und denen, die in den Revolutionen der arabischen Länder für Freiheit und soziale Gerechtigkeit kämpfen. Wir haben nichts gemeinsam mit den Interessen der Deutschen Bank und nichts mit denen der deutschen Waffenindustrie, die weltweit Diktaturen beliefert.
Mit dem Gedenken an Karl und Rosa wollen wir auch an die fatalen Fehler sozialistischer Bewegungen im letzten Jahrhundert erinnern, die allzu oft ignorierten, was Rosa Luxemburg zu den Entwicklungen der von ihr begrüßten und unterstützten Russischen Revolution schrieb:
„Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der ‘Gerechtigkeit’, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die ‘Freiheit’ zum Privilegium wird.“
Ohne das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit verkam der sozialistische Versuch in der Sowjetunion und später in der DDR zur Diktatur und ging schließlich an seinen eigenen Widersprüchen zugrunde. Das Gedenken an Rosa Luxemburg verträgt sich deshalb nicht mit dem Stalinismus. Ein positiver Bezug auf einen Diktator, unter dessen Regime man nicht zuletzt für den Vorwurf des Luxemburgismus im Gulag landen konnte, hat für uns bei der Ehrung von Karl und Rosa nichts verloren.
Karl und Rosa stehen für die antimilitaristische Tradition der ArbeiterInnenbewegung, für den Kampf gegen Nationalismus, und für einen Sozialismus, der Freiheit bedeutet und nur durch Freiheit bestehen kann. Am 15. Januar gedenken wir ihrer Ermordung, doch im ganzen Jahr führen wir ihre Traditionen mit unserer politischen Arbeit fort.

Heraus zur LL-Demo! Sonntag| 15.1.2012|10 Uhr|Berlin
Für Anreiseinfos bitte bei uns melden!