Archiv für Mai 2011

Eindruck von der heutigen Mahnwache

Unterstützt von Mitgliedern der Partei DIE LINKE waren wir heute wieder mit zwei Mitgliedern auf der Anti-AKW Mahnwache in Soltau.
Wie wir berichteten waren vergangene Woche Matthias Behrens plus Kameraden auf der Mahnwache in Soltau. Aus diesem Grund war es uns wichtig, heute anwesend zu sein, damit den Faschos kein Platz geboten werden kann. Außerdem verteilten wir ein Flugblatt der Antifa LG. Dabei standen wir in Kontakt mit Antifas aus Schneverdingen, die zeitgleich dort vor Ort aufpassten, dass die Nazis nicht wiederkommen.
In Soltau hatte sich auch der Staatsschutz postiert, hielt sich aber zurück.
Die Mahnwache wurde von einem Mitglied der Grünen eröffnet. Schon hier ließ sich der Charakter der Veranstaltung ausmachen: Mensch wolle weder mit linksradikalen noch mit rechtsradikalen Ideen was zu tun haben. Totalitarismustheorie vom Feinsten. Und so ging es auch weiter: Nachdem die Mahnwache mit ihren vielleicht 15, maximal 20 TeilnehmerInnen dem Ende entgegen ging, gab es noch einen kleinen Meinungsausstausch, inwiefern eine Fortführung der Mahnwachen in Soltau sinnvoll sei. Ein Mitglied der ’solid unterstrich dabei, dass wir uns schon länger aus der Organisation zurückgezogen hatten, dazu äußerten wir uns auch bereits
Weiterhin machten wir deutlich, dass der Besuch des „Thor Steinar“ Trägers nicht der letzte braune Besuch war und dass die Mahnwache nicht fähig war, sich klar von den Nazis zu distanzieren. Es kann nicht sein, dass eine Bewegung, die im Endeffekt für ein würdevolles Leben ALLER streitet, mit Nazis diskutiert/zusammenarbeitet, die getreu dem Motto „Umweltschutz ist Heimatschutz“ ihre menschenverachtende Ideologie auch in die Ökologiebewegung tragen. Leider wurde auch schnell klar, dass wir sehr alleine stehen mit dieser Meinung: Sehr häufig fiel die Aussage, mensch kooperiere doch gar nicht mit denen und ihre Präsenz würde überschätzt werden. Uns als linkem (oder linksradikalem?) Jugendverband aber geht es darum, dass viele Anwesende der Überzeugung waren, mensch könne Nazis überzeugen, indem er/sie mit ihnen redet. Offenbar verschließen hier viele die Augen vor der Realität. Die Betonung, dass alle doch gegen Nazis wären, erscheint kaum mehr als billige bürgerliche Zivilcouragerhetorik.
Sehr wahrscheinlich hat der Besuch dieser Mahnwache uns darin gestärkt, die lokale „Bewegung“ auch in Zukunft nicht mehr mit eigenen Initiativen zu unterstützen, da dafür jeglicher Grundkonsens fehlt.
Erfreulich ist lediglich, dass die Snevern Jungs vermutlich weder in Soltau noch in Schneverdingen Platz finden konnten und es überzeugten Antifaschist_Innen somit möglich war, sie auch aus der örtlichen Anti-AKW Bewegung fern zu halten. Es zeigt aber auch, wie wichtig in SFA antifaschistisches Engagement ist.
Den Nazis darf in einer glaubwürdigen und emanzipatorischen Atomkraftgegner_Innenbewegung keine Präsenz gegeben werden!

Nazis auf Anti-AKW Mahnwachen in SFA

Wie es scheint, war der Besuch eines „Thor-Steinar“Trägers auf unserer letzten Mahnwache in Soltau nicht der letzte braune Besuch.
NPD-Kader und „Snevern Jungs“ Anführer Matthias Behrens besuchte mit seinen Kameraden in den letzten Wochen vermehrt die Mahnwachen in Schneverdingen. Gestern allerdings versammelten sich über zwanzig Antifaschist_Innen dort, um den Nazis den Raum zu nehmen und es ihnen gar nicht erst zu ermöglichen die Ökologiebewegung zu vereinnahmen. Darüber findet sich ein Artikel engagierter Antifas auf Indymedia.
Die Faschos hatten aber trotzdem die Möglichkeit, an einer anderen Mahnwache teilzunehmen. Wie es aussieht „beehrten“ sie die bürgerlichen Atomkraftgegner_Innen in Soltau. Diese wiederum brachen ihre Aktion zwar ab, einige Teilnehmer_Innen ließen sich allerdings auf „Diskussionen“ mit den Anwesenden ein.
Für uns, die Linksjugend [’solid] Soltau, ist das leider nicht unbedingt unvorhersehbar gewesen. Bereits bei dem eingangs erwähnten Nazikleidungsmarkenträgers wurde klar, dass die scheinbare Toleranz der gut-bürgerlichen Schicht keinesfalls Nazis zu bekämpfen vermag. Stattdessen gibt sie ihnen nur mehr Nährboden.
Inwiefern wir als antifaschistische Jugendliche darauf nun reagieren werden, müssen wir besprechen. Fakt ist aber, dass keine Nazipräsenz unbeantwortet bleiben darf! Die neofaschistischen Strukturen gehören sowohl in Soltau und Schneverdingen, aber auch sonstwo aufgedeckt und vernichtet!

NPD-Parteitag in Northeim stoppen!

Die neofaschistische NPD wird versuchen, am kommenden Sonntag, dem 22.5.2011, ihren Landesparteitag abzuhalten. Lokale Antifagruppen rufen dazu auf, den Nazis keinen Platz zu bieten. Unter anderem wird es eine Demonstration geben, die um 11 Uhr am Mühlenanger starten wird.
Weitere Infos..
Faschistische Strukturen zerschlagen!
Inwiefern es uns ’solids möglich ist anzureisen, stellt sich Donnerstag beim öffentlichen Plenum heraus.

BuKo, Salzwedel, X-Berg

Ein ereignisreiches Wochenende ist zu Ende gegangen:
Der 4. Bundeskongress der Linksjugend [’solid] ist heute nach gut zweitägiger Sitzung und vielen, interessanten Debatten beendet worden, der neuer BundessprecherInnenrat, die neue Schiedskommission und die neue Kassenprüfung sind gewählt, verschiedene Anträge an- bzw abgelehnt worden. Nun gilt es, die ganze Energie in die politische Arbeit zu stecken und dem Kapitalismus auch im anstehenden Jahr den Kampf anzusagen.
Gleichzeitig aber passierte folgendes:
Nazis wollten durch das stark migrantisch und links geprägte Berliner Viertel Kreuzberg laufen, um Antifaschist_Innen zu provozieren. Diesen war es aber möglich, innerhalb von nicht einmal 24 Stunden über 500 Menschen auf die Straße zu bringen, denen es möglich war, die knapp 120 Nazis schon von Beginn an die Show zu stehlen. Die ließen ihre Aggressionen darüber an Antifas und Migrant_Innen aus, griffen sie teils sogar mit Messern an. Doch die Staatsmacht griff keinesfalls ein: Stattdessen prügelten auch sie munter auf Linke ein.
Der BuKo der [’solid] und der BuKo des Studierendenverbandes SDS organisierten Samstag abend um halb zwölf eine kleine, aber entschlossene und solidarische Spontandemonstration, an der sich gut 100 Menschen beteiligten und die nächtliche City Hannovers mit lauten Parolen und einigen Redebeiträgen auf sich und auf die Situation in Berlin und anderswo aufmerksam zu machen.
Samstag versuchten auch 150 alte und neue Nazis durch Salzwedel zu marschieren. Gegendemonstrant_Innen war es allerdings möglich, durch Blockaden ihre ursprüngliche Route unmöglich zu machen. Erneut sprang die Polizei hier aber ein und ermöglichte den Faschist_Innen eine Alternativroute abzulaufen. Im Endeffekt war es ihnen hier also auch nicht möglich mehr als einige hundert Meter zu marschieren.
Überschattet wurde hier die Mobilisierung gegen den Aufmarsch von einem Brandanschlag der Nazis gegen das Autonome Zentrum, bei dem glücklicherweise jedoch keine Menschen verletzt wurden. Dennoch zeigt das die eindeutige Militanz der rechtsradikalen Szene in und um Salzwedel und ihr Bestreben, ihre Gegner_Innen einzuschüchtern.
Wir setzen den Nazis in X-Berg, Salzwedel und anderswo einen entschlossenen und solidarischen Antifaschismus entgegen!
Aus diesem Grund rufen wir alle dazu auf am 22.5 nach Northeim zu kommen und der NPD ihren Parteitag zu vermiesen!Infos
Dann am 4.6 nach Braunschweig und ihnen auch den Aufmarsch zu nehmen!Infos
Kein Fußbreit den Faschist_Innen!

Antifabeitrag am 1. Mai in Soltau

Besser spät als nie: Der Redebeitrag der Antifaschistischen Initiative SFA zur 1. Mai Kundgebung in Soltau!

Liebe Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter,
Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten

Auch im idyllischen Heidekreis Soltau-Fallingbostel haben wir ein Naziproblem. Im Folgenden möchte ich Euch einen Ausschnitt über Aktivitäten der FaschistInnen in den letzten 12 Monaten geben.
In der Nacht zum 8. Mai 2010, dem Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus, verübten einige Neonazis in Walsrode einen Anschlag auf das Jugendzentrum, warfen Fensterscheiben ein und sprühten „Jetzt kommt unser Zug“ an die Wand. Eine widerliche Anspielung auf den „Zug der Erinnerung“, der zuvor in SFA verweilte. Gleichzeitig versuchte die braune Brut Linke einzuschüchtern, die ein Solikonzert zum 65. Jahrestag der Hitlerbefreiung am Tag darauf veranstalten wollten. Sie erreichten aber genau das Gegenteil: Ein breites antifaschistisches Bündnis organisierte eine Woche darauf, am 15.5.2010 eine antifaschistische Demonstration, an der sich über 300 Menschen beteiligten. Das ist ein großer Erfolg. Dennoch hat der Anschlag gezeigt, dass es in Walsrode eine vielleicht nicht so straff organisierte, aber dennoch handlungsfähige Naziszene gibt, gegen die auch in Zukunft aktiv vorgegangen werden muss.
Des Weiteren gelang es uns, der NPD gleich zwei Parteiveranstaltungen, in Soltau und in Neuenkirchen, zu vermiesen und sie zu verhindern. Auch damit wurde den Nazis Paroli geboten und sie mussten erneut eine Schlappe einstecken!
Im November letzten Jahres sollte es dann, wie jedes Jahr, zum faschistischen Heldengedenken am Soldatenfriedhof in Essel kommen. Neonazikader, von den Düütschen Deerns über die Snevern Jungs, Kameradschaft 73 Celle und einige mehr nutzen diese „Trauertage“ für ihre geschichtsrevisionistische Propaganda und versuchen einmal mehr sich selbst als Opfer des Zweiten Weltkrieges zu inszenieren. Während sich die Gedenken in den ersten Jahren aufgrund mangelnder Gegenmobilisierung etablieren konnten, formierten sich 1984/85/86 große antifaschistische Bündnisse, die mit Demonstrationen dem braunen Spuk ein Ende setzen konnten. 2007 aber tauchten sie erneut auf. 2010 war es den AntifaschistInnen nun erneut möglich, sie aus Essel zu vertreiben – wenngleich sie ihr Gedenken nun verstreut an anderen Orten abhielten.
Und auch 2011 ist nicht nazifrei geblieben. Der rassistische und antisemitische „Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V.“ traf sich , wie schon seit über 30 Jahren, in Dorfmark zu seiner alljährlichen „Tagung“
Diese Ostertagung dient dazu, nicht nur den älteren Kadern, sondern auch den Kindern und Jugendlichen ihre rassistische Ideologie zu lehren und sie schon von klein auf gleichzuschalten. Auch Autonome Nationalisten, Mitglieder des, inzwischen verbotenen, Bundes „Heimattreue Deutsche Jugend“ und berühmte Nazis sind gern gesehene Gäste, so besuchte der ehemaligeNazijagdflieger und Holocaustleugner Hajo herrmann letztes Jahr das Treffen. Unter anderem teilen die „Ludendorffer“ die Menschen in „Licht- und Schachtrassen“ ein. Die „Lichtrasse“ sind natürlich die nordischen Völker. Wie es bei Nazis auch ist, führt „Blutsmischung“ zum „Volkstod“.
Während etliche Medien und die Lokalpolitik das Problem totschwiegen und die Dorfmarker die Antisemiten als gern gesehene Gäste betrachten, trafen sich in den letzten Jahren NazigegnerInnen und demonstrierten, unterstützt von TeilnehmerInnen des „Internationalen Jugendworkcamps Bergen-Belsen“, gegen die RassistInnen. Die ludendorffer erfuhren aber auch Rückendeckung aus Dorfmark. Die zeigten unter anderem den Hitlergruß zeigten und ließen Sätze fallen wie „Schade, dass die Nazis nicht mehr am Ruder sind“.
TeilnehmerInnen der Tagung überfielen im vergangenen Jahr auch Journalisten, als sie den bekannten Altnazi Hajo Hermann fotografieren wollten.
Und auch Soltau hat wieder Nazis. Restbestände der Autonomen Nationalisten beschmieren den öffentlichen Raum mit Nazischmiereien und versehen die Stadt mit ihrer nazistischen Propaganda, beispielsweise in Form von Aufklebern.
All diese Veranstaltungen und Aktionen haben vieles gemeinsam: Sie zeigen zum Einen, wie aktiv die neonzaistische Szene auch außerhalb der Hochburg Schneverdingen mit den Snevern Jungs ist. Zum Anderen wird aber auch deutlich, wie sehr Polizei, das Gros Medien und Politik daran interessiert sind, das Problem nicht nur nicht zu erwähnen, sondern gleichzeitig im Zuge der „Extremismustheorie“ den antifaschistischen Widerstand mit faschistischer Ideologie gleichzusetzen. Dabei wird natürlich völlig außer Acht gelassen, dass Nazis grundsätzlich Menschen in wertvoll und nutzlos unterteilen und ihre Ideologie damit in höchstem Maße menschenverachtend ist, während AntifaschistInnen, ob „autonom“ oder nicht, davon ausgehen, dass jedeR Mensch gleich viel wert ist. Somit ist auch die angebliche Gefahr, die von Linken ausgeht, nicht mit der tatsächlichen Gewalt der Neonaziszene gleichzusetzen. Es zeigt, dass wir Antifaschismus auf keinen Fall dem Staat überlassen dürfen! Wir müssen hier und jetzt gegen Nazis vorgehen!

Keine weiteren Mahnwachen in Soltau

Die Linksjugend [’solid] Soltau wird sich aller Voraussicht nach von der Organisation der Mahnwachen gegen Atomkraft in Soltau zurückziehen. Nach nunmehr anderthalb Monaten lauten und starken Protestes in unserer Heidestadt werden wir keine weiteren Mahnwachen anmelden.
Dabei geht es nicht darum, dass wir nicht mehr kämpfen wollen – im Gegenteil, der Kampf wird weitergehen, wenn auch vielleicht nicht in Soltau. Dennoch kommen wir nicht umhin zu bemerken, dass sich viel weniger TeilnehmerInnen an den Protesten beteiligen. Von den anfangs gut 140 Menschen waren vor zwei Wochen gerade mal noch dreißig Leute da. Wieso die Zahl so rapide gesunken ist, darüber lässt sich vermutlich nur spekulieren. Auch wenn die Resonanz so stark zurückgegangen ist, ist auch das nicht Auslöser für unsere Entscheidung – wir sind es gewohnt mit wenigen BefürworterInnen für die gute Sache einzutreten.
Zum Einen ist es so, dass es für uns mittlerweile leider zu viel Stress ist. Wir kriegen das auf Dauer nicht gedeichselt, leider haben sich bisher noch keine anderen Helfer gefunden.
Ausschlaggebend war aber auch der Besuch eines Trägers der Nazimarke „Thor Steinar“ auf der letzten Mahnwache. Auf eine Intervention unsererseits zumindest den Rucksack in Zukunft zu Hause zu lassen, hagelte es von den AtomkraftgegnerInnen Kritik. Nazis seien schließlich auch nur „Erdenbürger“ und solange sie nicht offen ihre Naziideologie propagieren, sei mit Ihnen gemeinsame Sache zu machen.
Leider können wir uns nicht mit dieser Einstellung identifizieren. Es zeigt ein ums andere Mal, wie Nazis sich in den öffentlichen Raum drängen und damit auch vermeintlich linke Themenfelder zu besetzen versuchen. Als antifaschistischer Jugendverband wehren wir uns gegen diese Vereinnahmung. Weder Nazis noch Atomkraft dürfen von der Gesellschaft akzeptiert werden!
Für eine gesunde, für eine bessere Welt!

Wer nicht feiert hat verloren!

„Die Welt ist schöner seit dem 8.5 ’45″!
Was Nosliw da in seinem Song „Nazis raus!“ rappt, ist vollkommen richtig. Zum 66. Mal feiern wir am kommenden Sonntag, dem 8. Mai 2011 die Befreiung vom Hitlerfaschismus. Mit ihrem Sieg über Deutschland beendeten die Alliierten die Terrorherrschaft der Nazis und den schrecklichsten Vernichtungskrieg, den unser Planet bisher gesehen hat. Über sechs Millionen Menschen fielen dem Rassenwahn der Deutschen zum Opfer.
Alle Menschen sollten diesen Tag als Tag der Befreiung anerkennen und ihn gebührend feiern!